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Tabakanbau-Forum

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Erde und Geschmack

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mr1992
Tabakenthusiast
Tabakenthusiast


Anmeldedatum: 28.05.2013
Beiträge: 139

BeitragVerfasst am: 10.01.2018, 19:14   

Hey ho,

erstma ein frohes Neues allen Razz

nachdem meine letzten Experimente mit Tabak mehr oder minder geglückt sind wollte ich dieses Jahr mal sehen ob ich endlich mehr Geschmack in meinen Tabak bekomm - der schmeckt bisweilen noch sehr fad, obwohl die Sorten eigentlich für ihre Intensität bekannt sind.

Mein Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Erntezeitpunkt (wohl doch ab und an a weng zu früh) und der Erde - ich weiß nicht mehr, wo es mir geraten wurde, ob hier oder in einem anderen Forum, aber anscheinend kann man den Geschmack durch die richtige Erde/durch richtiges Düngen verstärken.

Die Erde an sich ist eigentlich ganz gut für den Anbau; in der Region wurde bis in die 80er (und heute wieder) Tabak angebaut; habe den Boden gut umgegraben und behackt, als war Durchlüftung gegeben. Die Pflanzen hatten keine Mangelerscheinungen (bis auf ein paar in einem Bereich, auf dem jahrelang Steine gelegen haben; das war aber nur ein sehr kleiner Bereich).

Bisweilen habe ich dann zwei Jahre Pause eingelegt um den Boden zu schonen, wollte aber dieses Jahr auch wieder anpflanzen, diesmal auch mit mehr Abstand zwischen den Pflanzen, war wohl doch als zu eng^^

Weiß jemand, mit welchem natürlichen Dünger man die vom Tabak entzogenen Nährstoffe wieder einbringen kann? Habe Zugang zu Pferdemist (mehr als genug), wäre das eine Lösung?
Danke im Voraus für Input Smile
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As an example to others, and not that I care for moderation myself, it has always been my rule never to smoke when asleep, and never to refrain from smoking when awake.

-- Mark Twain --
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mr1992
Tabakenthusiast
Tabakenthusiast


Anmeldedatum: 28.05.2013
Beiträge: 139

BeitragVerfasst am: 12.01.2018, 20:04   

Habe jetzt von jemandem, der in der Tabakindustrie arbeitet und bei seinem vorherigen Anbau (in England) ein ähnliches Problem hatte, folgende Tipps bekommen:

1. Tief köpfen, also bei 18-20 Blättern, anschließend die Pflanze spärlich bis kaum wässern, dadurch ist die Pflanze gestresst und konzentriert sich mehr auf diese Blätter, was die Zuckerwerte hochtreibst und den Geschmack ausprägt.

2. Dieses Jahr aussetzen und Bohnen anpflanzen, die die Nitritwerte wiederherstellen; anschließend die Pflanzen unterzackern - das soll als Dünger genügen.

3. Erntezeitpunkt besser bestimmen


Hat jemand Erfahrung mit dieser Vorgehensweise, bzw. Ideen?
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-- Mark Twain --
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Dampfer60
Hobbyfarmer
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Anmeldedatum: 20.07.2017
Beiträge: 73

BeitragVerfasst am: 12.01.2018, 23:27   

Hallo,

schau mal bei Youtube , da sind einige Videos zu finden, die diese These bestätigen. Die Pflanzen sind alle rel niedrig, die oberen Blätter sind genau so groß wie die unteren und ich meine da waren kaum mehr als 15 Blätter an einer Pflanze.
Hier ein Beispiel, die Pflanzen sind geköpft, genau hinschauen.

https://www.youtube.com/watch?v=aEwQE2HFudU

Hatte da ein Video gesehen, da wurde in Ganzstockernte gearbeitet, vermutlich war es Burley, auf einem anderen Video war Virginiaernte und die Pflanzen waren auch sehr niedrig. Beim Wein ist es ja auch so, dass man nur 1 bis 2 Reben pro Stock dran lässt um die Qualität zu erhöhen.
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casapiccolo
Moderator
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Anmeldedatum: 23.07.2006
Beiträge: 1394

BeitragVerfasst am: 13.01.2018, 20:03   

Ja, der hat schon recht, tief köpfen bringt m.E. am meisten. Der Geschmack ist viel konzentrierter.

Beim Dünger wäre ich vorsichtig. Zu viel Dünger lässt die Pflanzen zwar wunderschön wachsen, aber das verbessert den Geschmack überhaupt nicht. im Gegenteil, durch zu viel Nitrat (Stickstoff) bekommt der Tabak, meiner Meinung, einen Beigeschmack.
Etwas Kompost und gut verrottenten Pferdemist sind gut. Wenn es Kunstdünger sein muß, dann N mittel, P gering und K hoch, Tabak mag Kalium Very Happy
Für die Gründüngung kannst du Bohnen, Senf, Lupinien, etc., oder eine Gründüngungsmischung verwenden.

Der Ernteszeitpunkt bestimmt dann, wie viel Zucker drinnen ist.

Wichtig ist auch noch, daß der Boden gut gelockert ist und belüftet wird (hacken und häufeln).

Wenn die Pflanzen letztes Jahr gut gewachsen sind, dann reicht Kompost/Pferdemist normalerweise aus. Eventuell wäre es gut den pH Wert des Bodens zu bestimmen, Böden unter pH 6 sollte man mit etwas Kalk behandeln. Aber Kalk- oder Stickstoffmangel hätten dir die Pflanzen angezeigt.
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lg casa

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mr1992
Tabakenthusiast
Tabakenthusiast


Anmeldedatum: 28.05.2013
Beiträge: 139

BeitragVerfasst am: 14.01.2018, 03:20   

Molte Grazie, hab nämlich auch die Schnauze voll von ner riesigen Ernte, wo einem dann die Hälfte verschimmelt und man den wenigen Geschmack nur so halb genießen kann, schätz da ist wohl weniger mehr Razz

Wollte sowieso nur Naturdünger verwenden; Pferdemist bekomm ich nachgesch(m)issen^^; als Frage am Rande - wenn der PH-Wert stimmt, wann sollte man denn Düngen? Weit im Voraus? Kurz davor? Sollte man die Gründüngung auf alle Fälle vornehmen oder ist das optional? Hab die Pflanzen dieses Jahr recht eng beieinander gesetzt, schätze damit hab ich den Boden doch gut ausgesaugt was Nährstoffe angeht.
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-- Mark Twain --
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casapiccolo
Moderator
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Anmeldedatum: 23.07.2006
Beiträge: 1394

BeitragVerfasst am: 14.01.2018, 10:31   

Die Gründüngung ist optional, man kann sie z.B. auch zusätzlich im Spätsommer zwischen die Tabakpflanzen streuen und im Frühjahr mit einarbeiten.

Ich habe 10 Jahre am gleichen Feld Tabak angebaut, bei sehr magerem und festen Boden. Im 1. Jahr sind die Pflanzen sehr klein geblieben und haben im Sommer Kalkmangel angezeigt. Dann habe ich immer im Spätherbst etwas Langzeitkalk, gereiften Kopost und manchmal reifen Pferdemist eingearbeitet. Im Frühjahr habe ich das noch einmal durchgehackt mit etwas Hornspänen (gegen den hohen Stickstoffmangel). War perfekt, mittelgroße Pflanzen, große Blätter mit intensivem sortentypisem Aroma.

Leider hilft diese Vorgehensweise nicht gegen eingeschleppte Krankheiten (Mosaikvirus), deshalb mache ich momentan Pause.

Wenn du letztes Jahr eine gute Ernte hattest, aber die Blätter fad schmeckten, dann würde ich nur folgendes tun:
*maximal 1cm Kompost einarbeiten
*öfters hacken und häufeln
*penibel geizen und sehr tief köpfen, schon wenn sich die Blüten im Ansatz zeigen, gleich inkl. der oberen Blätter entfernen (die bleiben sowieso klein). Dafür geht die Kraft der Pflanze in die restlichen Blätter und die werden größer und intensiver.
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lg casa

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Carl
Moderator
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Anmeldedatum: 26.01.2011
Beiträge: 1467

BeitragVerfasst am: 14.01.2018, 18:44   

Das schon erwähnte Hacken ist auch meiner Meinung nach ein Hauptfaktor für gutes Aroma.


Geköpft wird DLT im gewerblichen Anbau angeblich wesentlich niedriger - auf 10 oder 14 (Sandblätter + 10) Blätter.

Das ermöglicht Ganzstammernte bei DLT (oder Sandblätter + Ganzstamm).

Laut einem Nebenerwerbstabakbauern hier im Forum bleibt das Erntegewicht gleich oder steigt sogar leicht - die Blätter haben dann bestimmt mehr Körper.

Ganzstammernte muß aber nicht Ganzstammtrocknung heißen.


Große Pflanzabstände scheinen auch das Aroma sehr günstig zu beeinflußen.
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Wünsche das Beste

Carl
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Dampfer60
Hobbyfarmer
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Anmeldedatum: 20.07.2017
Beiträge: 73

BeitragVerfasst am: 15.01.2018, 08:31   

Ja, so wie ich geschrieben hatte, "kaum mehr als 15 Blätter". In dem Video was ich gesehen habe, hat man die ganzen Pflanzen, immer 4 Stück auf einen Holzstab gesteckt zur Trocknung, ich vermute von Farbe und Aussehen, dass es Burley war.
Großer Pflanzabstand bedeutet viel Sonne auf die Blätter und das bedeutet viel Aroma, ganz klar.
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mr1992
Tabakenthusiast
Tabakenthusiast


Anmeldedatum: 28.05.2013
Beiträge: 139

BeitragVerfasst am: 17.01.2018, 01:01   

Man lernt definitiv nie aus, jetzt weiß ich endlich, was zum Henker da schieß gelaufen is...aah, jetzt muss es nur noch endlch Frühjahr werden Very Happy
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Carl
Moderator
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Anmeldedatum: 26.01.2011
Beiträge: 1467

BeitragVerfasst am: 19.01.2018, 15:58   

Dampfer60 hat Folgendes geschrieben:
Ja, so wie ich geschrieben hatte, "kaum mehr als 15 Blätter". (...)


Ist mir schon klar und das war keine Kritik an deinem Beitrag, aber weil man (zumindest ich) da oft Hemmungen hat und doch eher weniger wegnimmt, hätte ich vielleicht noch "höchstens" dazuschreiben sollen.

Zur Verdeutlichung: Vor 2 Jahren hatte ich viele sehr frühe Blüher und habe einige auf 10 und andere auf nur 6 (!) geköpft - wobei ich mir echt bescheuert vorkam.

Das Beste, was ich über die auf zehn geköpften sagen konnte, war daß sie neutral schmeckten, hatten fast keinen Körper.

Die auf 6 geköpften haben ganz gut geschmeckt und hatten teilweise auch passablen Körper.

Ich vermute, bei DLT ist das strenger zu sehen als bei anderen Sorten.


Die übergeordnete Wichtigkeit des Hackens wurde mir dieses Jahr auch noch mal klar:

Sonst habe ich immer vieles probiert mit Dünger, etc.

Dieses Jahr nicht so viel, dafür habe ich jedesmal gehackt, wenn mindestens 1 -2 regenfreie Tage in Aussicht waren.

Körper hatte er nicht viel und das Erntegewicht ist sehr bescheiden, aber vom Aroma her kam er endlich wieder an die ersten Anbaujahre ran, als ich das auch so akribisch betrieben habe.

Gutes Düngen und andere Bodenpflege bringen meiner Erfahrung nach viel, aber ein gut behackter Boden ist definitiv das A und O.
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Wünsche das Beste

Carl
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Dampfer60
Hobbyfarmer
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Anmeldedatum: 20.07.2017
Beiträge: 73

BeitragVerfasst am: 20.01.2018, 08:01   

"Gutes Düngen und andere Bodenpflege bringen meiner Erfahrung nach viel, aber ein gut behackter Boden ist definitiv das A und O."

Eigentlich logisch, da lockerer Boden zu vermehrtem Wurzelwachstum führt und somit dann wieder zu vermehrter Nährstoffaufnahme.
Anders allerdings wieder bei Orienttabaken, da sagt man desto schlechter der Boden umso besser die Qualität, was eigentlich nicht so gannz zu verstehen ist.
Irgendwie ist das alles Sortenabhängig, zumal bsp. Burley und Virginsorten ja recht groß werden, brauchen sie eben auch mehr Nahrung.

Aber ich vergleich es mal mit Tomaten, wenn die zu optimale Bedingungen haben, Dünger ohne Ende und Temperatur ohne Ende, kommen zwar viele, große Früchte, die aber im Aroma nicht mit anderen Tomaten die unter "normalen" Bedingungen wachsen, mithalten können.
Viel hilft viel, ist nicht immer richtig, die richtige Menge Dünger je nach Sorte macht es wohl. Immer wichtig ist halt die Sonne für die Zucker- und Aromabildung.
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