FAQ   Suchen    Registrieren   Profil   Login 
Tabakanbau-Forum.de Foren-ÜbersichtTabakanbau.deHOME

Einloggen, um private Nachrichten zu lesen 

Tabakanbau-Forum

Forum für den Tabakanbau im eigenen Garten für Fragen, Erfahrungen und Berichte
rund um den eigenen Tabak vom Tabaksamen bis zum selbst hergestellten Rohtabak.




 

TABAKANBAU.DE *** NEWSLETTER N° 27 ***

NEWSLETTER-ARCHIV 2006 <- Tabakanbau-Forum.de Foren-Übersicht
Autor Nachricht
tabakanbau
Profi
Profi


Anmeldedatum: 06.05.2006
Beiträge: 787
Wohnort: Alb

BeitragVerfasst am: 28.06.2006, 12:44   

******************************
TABAKANBAU.DE NEWSLETTER N° 27
******************************


PDF-Version des gedruckten Newsletters:
http://www.tabakanbau.de/pub/newsletter27-060628.pdf


Inhalt


I. Kuriositäten aus der Tabakwelt
- Melasse: Honig der Armen,
Grundstoff für Shishatabak

II. Wasserpfeifenkultur in Europa
- Die Shisha in der Alten Welt
- Kunsthandwerk im Morgenland
- Zigaretten und die Shisha
- Im Wunderland der Shishakultur

III. Anleitungen für Einsteiger
- Ernte und Trocknung: ein Überblick
- Die Blatternte
- Die Lufttrocknung des Tabaks

IV. Tipps und Tricks aus dem Tabakanbau-Forum

V. Tabakanbau-Chat

VI. Impressum/Abbestellung



I. KURIOSITÄTEN AUS DER TABAKWELT
=================================

Melasse: Honig der Armen, Grundstoff für Shishatabak

Zucker wird bereits seit zweieinhalb Jahrtausenden hergestellt und versüßte anfangs in Indien den wohlhabenden Menschen das Leben. Auch Honig konnten sich bis zum Einsatz der Zuckerrübe vor 200 Jahren nur wenige Menschen leisten, im alten Ägypten bekam man für einen Topf Honig ein Kamel.

Das Zuckerrohr als Rohstoffbasis für die Zuckerherstellung ist bereits seit Jahrtausenden in Ostasien bekannt. Es wird dazu zermahlen und der Saft ausgepresst, die zurückbleibende "Bagasse" aus ausgepressten Zuckerrohrfasern wird als Futtermittel für Rinder und zum Beheizen der Kessel verwendet. Neuerdings auch als Füllstoff für tabakfreien Shishatabak, der nur aus Früchten und den Zuckerrohrfasern besteht. Um aus dem Saft Zucker zu gewinnen, wird er gereinigt und eingedampft. Dabei entstehen die Zuckerkristalle, übrig bleibt die dunkle Melasse. Sie enthält alle Nährstoffe und Vitamine des Zuckerrohrs, während die Kristalle fast reiner Zucker sind. Und dennoch ist noch genügend Zucker in der Melasse enthalten.

Daher steht Melasse auch als Süßungsmittel im Reformhaus - es gibt kaum eine gesündere Form von Zucker, mit der gebacken und gekocht werden kann. So kam er auch in den Wasserpfeifentabak: wer es sich im 17. und 18. Jahrhundert vorwiegend in Ägypten leisten konnte, verwendete mit dem Tabak Honig, sonst eben Melasse. Sie war der Honig der Armen, der aufs Brot kam oder in den Tee gerührt wurde.

Wenn bei der Shishatabak-Herstellung noch Melasse übrig bleibt, kann diese beispielsweise so verwendet werden:

- Ein Teelöffel Melasse in einer Tasse warmer Milch verrührt dient als natürliches Schlafmittel.
- Müsli wird mit Melasse besonders gesund gesüßt.
- Bei Verdauungsproblemen wirkt ein Teelöffel Melasse in einer halben Tasse heißem Wasser Wunder, in die etwas Ingwerpulver gerührt und dann noch mit wenig kaltem Wasser aufgefüllt wird.




II. WASSERPFEIFENKULTUR IN EUROPA
=================================


Die Shisha in der Alten Welt

Im 18. Jahrhundert etablierte sich die Wasserpfeife als fester Bestandteil der Kaffeehauskultur, die sich zunächst in den osmanisch besetzten Gebieten Europas und Russlands verbreitete. Der Tabak rauchende Morgenländer wurde im Abendland zum Inbegriff für Ruhe und Behaglichkeit, die Wasserpfeife zu dessen Symbol. In der europäischen High Society des 19. Jahrhunderts war die Wasserpfeife so populär und modisch, dass sich die Damen gerne mit ihr fotografieren ließen: Sie stand für einen anderen Zugang zur Welt, die eine Welt aus Tausendundeiner Nacht sein sollte. Berühmt geworden ist die Wasserpfeife rauchende Raupe auf dem Fliegenpilz in Lewis Carrolls "Alice im Wunderland" von 1865, die Alice's beunruhigende und undurchschaubare Welt in unübertrefflicher Shisha-Ruhe ad absurdum führt.


Kunsthandwerk im Morgenland

Im Morgenland hatte die Wasserpfeife eine ganz andere Bedeutung. Es galt als Zeichen des Vertrauens, sie einem Gast anzubieten. So kam es 1841 zur diplomatischen Krise zwischen Frankreich und dem verbündeten Osmanischen Reich, als Sultan Abdülmecit I. dem französischen Botschafter eine Pfeife verwehrte. Die Shisha stand als Statussymbol mit Juwelen verziert, aus Silber gearbeitet und mit kunstvoll verzierter Flasche aus Bergkristall in Palästen, für die einfachen Leute entstanden schlichtere, aber nicht weniger kunstvoll gearbeitete Modelle.

Die Wasserpfeifenherstellung entwickelte sich zu einem wichtigen Zweig des Kunsthandwerks. Allem voran erhielt die Kunst der Glasherstellung einen derartigen Schub, dass Sultan Mustafa III. die Kristallglasverarbeitung monopolisierte und unter den Schutz des Palastes stellte. Glas war damals etwas ganz Besonderes, weil es nur durch Schneiden und Schleifen von Bergkristallen hergestellt werden konnte. An diesem Rohstoff mangelte es jedoch im Osmanischen Reich, so dass es aus Böhmen importiert werden musste. Als Ende des 18. Jahrhunderts die chemische Glasherstellung entdeckt wurde, erlangte die Glasmanufaktur im Istanbuler Stadtteil Beykoz Weltruhm, wo die schönsten und wertvollsten Wasserpfeifen-Gläser des 19. Jahrhunderts entstanden sind.

Für das Mundstück verwendeten die Kunsthandwerker ursprünglich roten Bernstein, im Kaffeehaus nannte man es wegen seiner Farbe und der in der Mitte dickeren Form schlicht "Ziegenzitze". Man trug sein individuelles Mundstück als Anschaffung fürs Leben immer bei sich. Selbst die Schläuche führten zu einem eigenen Zweig des Kunsthandwerks, wofür es bis ins ausgehende 19. Jahrhundert eigene Märkte gab. Dort wurden farbenreiche Schläuche aus zwei Finger breiten Schafslederstreifen hergestellt, die um einen Eisenstab gewickelt, verleimt und kunstvoll verziert wurden.


Zigaretten und die Shisha

Das größte Unglück für die Wasserpfeifenkultur wie für die Rauchkultur überhaupt war die Erfindung der Zigarette. Mitte des 19. Jahrhunderts öffneten die ersten Zigarettenfabriken ihre Pforten und bedienten die Welt des Massenkonsums mit maschinell hergestellten "Papirossi". Die industrialisierte Welt drehte sich immer schneller und forderte den raschen Minutengenuss an Stelle der gemütlichen Pfeife. Vor allem Soldaten kamen auf den Geschmack der schnellen "Nervennahrung". Ironischerweise stammte der Zigarettentabak bis Mitte des 20. Jahrhunderts fast ausschließlich aus dem Einflussgebiet des Osmanischen Reiches, denn auf dem Kontinent waren Orientzigaretten gefragt. Ein eindrucksvolles industrielles Monument dieser Entwicklung ist in Dresden zu besichtigen: Die Orientalische Tabak- und Zigarettenfabrik "Yenidze" von 1909 ist im Stil einer Moschee mit Minaretten als Schornsteine und farbig verglaster Kuppel gebaut. Benannt ist sie nach einem mazedonischen Tabakanbaugebiet, das damals zum Osmanischen Reich gehörte.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts füllten sich die Kaffeehäuser zunehmend mit dem Rauch der Zigarette, der die Shisharaucher in entlegene Ecken vertrieb. Während des Ersten Weltkriegs verschwand die Shisha schließlich ganz aus den kontinentaleuropäischen Kaffeehäusern. Der Krieg machte die Zigarette endgültig zum Massenprodukt mit Maschinen, die 100.000 Zigaretten am Tag produzieren konnten. Die Zigarette setzte sich in allen Schichten durch, so dass der proletarische Anstrich abbröckelte. Und in allen Ländern, einschließlich der Türkei.


Im Wunderland der Shishakultur

Um die wenigen traditionellen Kaffeehäuser wie den "Erzurum Salon" in Istanbul ist es still geworden. Auch im Inneren finden Unterhaltungen nur gelegentlich statt, das Flüstern wird vom leisen Klang gelegter Domino- und verschobener Backgammon-Spielsteine untermalt, der gegen das sanfte Gurgeln und Blubbern der Shishas antritt. Alkohol wird grundsätzlich nicht serviert, die Gäste schlürfen Kaffee oder Tee. Ab und zu ruft die Moschee in der Nähe zum Gebet auf, dann wird das Kaffeehaus leer, um sich nach der Andacht sofort wieder zu füllen.

Die Shisha ist wieder populär geworden, doch die Shishakultur hat sich vollkommen verändert. Vor allem junge Menschen blubbern ihr Pfeifchen und kommen auf witzige Ideen von der ins Auto eingebauten Shisha bis zur elektronisch illuminierten Selbstbaupfeife. Überall auf der Welt öffnen arabische Shishalokale, Läden und Webshops ihre Pforten, selbst im Yemen ohne ausgeprägte arabische Kaffee- und Teehauskultur werden sie plötzlich populär. Vielleicht hat es etwas mit Rauchkultur in einer Welt zu tun, in der die schnelle Zigarette überall aus der Öffentlichkeit hinausgedrängt wird. Vielleicht auch mit der Ruhe und Behaglichkeit einer Pfeifensitzung im Gegensatz zur Hektik des Alltags. Mit Geselligkeit, dem Spieltrieb, sich neben der ernsthaften Konversation Schläuche hin- und herzureichen, dem süßen Dampf - man ist einfach nur verwandelt. Wie Alice und die große Raupe im Wunderland, die mit gekreuzten Armen dasitzt und ruhig aus einer großen Wasserpfeife raucht, bevor sie fragt: "Du glaubst also, du bist verwandelt?" Es war der Beginn einer fabelhaften Unterhaltung.




III. ANLEITUNGEN FÜR EINSTEIGER
===============================

Ernte und Trocknung: ein Überblick

Etwa 8-10 Wochen nach dem Pflanzen werden die ersten Blätter erntereif. Sie werden abgepflückt und für mehrere Wochen zum Trocknen aufgehängt. Die Blätter der Tabakpflanze reifen dabei von unten nach oben: Erst die untersten 3-4 Blätter, einige Tage später die nächst höheren und so fort: Man erntet über vier bis sechs Wochen hinweg und hängt die Blätter gleich danach auf. Pro Pflanze werden schließlich je nach Sorte um die 20 Blätter geerntet.

Bei der Suche nach einem Platz zum Aufhängen ist einiges zu beachten, denn die Blätter sollten sehr langsam trocknen und nicht knochentrocken werden. Es sollte ein zugiger Ort sein, und die Luft ist bestenfalls zeitweise feucht. Frühnebel in Flussgegenden beispielsweise sind für die Tabaktrocknung förderlich. So bleiben die aufgehängten Blätter immer etwas feucht und die Umwandlungsprozesse im Blatt können im Unterschied zu ganz trockenen Blättern weitergehen.


Die Blatternte

Wenn Tabakblätter erntereif sind, heißt das nicht, dass sie wirklich reif sind wie beim Getreide. Sie haben dann nur den Höhepunkt ihrer Entwicklung erreicht und werden langsam gelbgrün, zumindest etwas heller. Verblieben Sie an der Pflanze, würden sie gelb werden, gilben und schließlich abfallen.

Der Zustand, in dem sie geerntet werden, entscheidet über die Inhaltsstoffe im Blatt. Für Zigarren werden die Blätter bereits geerntet, wenn sie noch grün sind, sich also noch nicht verfärbt haben. Zigarettentabak ist das andere Extrem: Man erntet dann schon hellgrün verfärbte Blätter, die also bereits abzusterben beginnen. Dazwischen liegt der Pfeifentabak. Das hat etwas mit den Inhaltsstoffen im Blatt zu tun, die bei absterbenden Blättern anders sind als bei noch vitalen dunkelgrünen Blättern. Shishatabak wird wie Zigarettentabak geerntet: Dann ist der Zuckergehalt in den Blättern am höchsten.

Geerntet werden alle paar Tage einige Blätter, indem sie vorsichtig abgerissen werden. Sie sollten niemals von oben nach unten abgerissen werden, weil in Faserrichtung immer ein großes Stück Haut vom Stängel mit abgerissen wird und dadurch eine Wunde entsteht. Wenn sie zu groß ist, tritt zu viel Pflanzensaft aus und die Pflanze beginnt stellenweise zu dörren. Das Blatt wird immer am Blattansatz seitlich vom Stängel weggeknickt. Bei den ersten Versuchen sollte man etwas vorsichtig vorgehen, nach einiger Übung fügt man den Pflanzen dann kaum noch Verletzungen zu.

Beim Ernten werden die Pflanzenreihen durchgegangen und alle reifen Blätter abgepflückt. Ist eine Hand voll, werden sie an einen schattigen Platz auf dem Rasen ausgebreitet, dann werden die nächsten Blätter geholt. Dadurch werden sie gleichmäßiger angetrocknet als wenn alle Blätter auf einen Haufen gelegt werden.


Die Lufttrocknung des Tabaks

Schon bei 20 Pflanzen im Garten fällt jeder Ernte-Durchgang recht üppig aus. Dann werden bei jedem Durchgang 40-60 Blätter zum Trocknen geerntet. Dafür gibt es verschiedene Methoden. Am besten, sie werden der Sorte und Größe nach sortiert, jeweils 15-20 Blätter werden entweder am Blattstiel mit dickem Garn aufgespießt oder zusammengeknotet. Die Blätter hängen dann im Abstand von einigen Zentimetern an einer Schnur. Fünf Zentimeter sollten es schon sein, je größer der Abstand desto besser - es hängt vom vorhandenen Platz ab.

Zum Aufspießen geht man folgendermaßen vor: Zwei bis drei Meter Garn werden abgeschnitten und in eine möglichst große Nadel gefädelt. Mit dieser sticht man dann durch die dickste Stelle des Blattstiels parallel zur Blattfläche, also nicht senkrecht dazu. Die Blätter können auch etwas schräg aufgespießt sein, das fördert später den Luftzug durch die aufgehängten Blätter. Alternativ knotet man die Blätter einfach auf. Der Garn sollte recht dick sein, da dünne Fäden nach einigen Tagen mit dem feuchten Blattstiel reißen können. Er lässt sich auch besser handhaben als Faden.

Auf diese Weise werden jeweils 15-20 Blätter im Abstand von 5-10 cm aufgespießt oder geknüpft, so dass sie sich beim Aufhängen kaum berühren. Wenn sie das tun, können Schimmelstellen entstehen, wenn die Blätter nicht zugig aufgehängt sind. Der Garn mit den Blättern wird dann zwischen zwei Balken aufgehängt.

Wie auch immer aufgehängt wird: Wichtig ist nur, dass die Blätter langsam über mehrere Monate trocknen können und nicht austrocknen. Die Stelle zum Aufhängen sollte daher schattig und möglichst zugig sein. Eine Durchfahrt oder eine luftige Scheune ist also besser geeignet als der Dachboden, in dem die Luft steht. Man kann mit handwerklichem Geschick auch einen Verschlag bauen, so dass die Blätter draußen hängen und nur von einer Dachplatte vor Regen geschützt werden. Er kann seitlich offen sein oder mit Brettern vernagelt werden, wobei jedes zweite Brett weggelassen werden sollte, damit die Luft durchziehen kann.

Spätestens bei der Verarbeitung will man wissen, welche Sorte und welcher Blattstand (obere/untere Blätter) wo hängen. Ein kleines Protokoll ist daher nützlich, man kann auch kleine Erinnerungszettel mit auf die Schnur spießen. Die Sorte und der grobe Blattstand reichen aus, die Fachbezeichnungen dafür sind:

- Grumpen: Die ganz untersten 3-4 Blätter, sie liefern eine relativ schlechte Qualität. Sie werden meist nicht geerntet
- Sandblatt: Die 3-5 folgenden und größten Blätter, die beschattet gewachsen und daher recht mild sind und ein besonders intensives Aroma haben. Bei der Zigarrenherstellung werden sie als Deckblatt verwendet.
- Mittelgut und Hauptgut: Es macht mehr als die Hälfte der Ernte aus und ist der eigentliche Tabak. Das weiter oben Hauptgut ist dabei etwas stärker und nikotinhaltiger.
- Obergut: Die obersten 3-4 Blätter sind ziemlich derb und reifen nicht richtig aus. Die darunter wachsenden können noch als kräftiger Mischungsbestandteil geerntet werden.

Bei Orientsorten hingegen sind die obersten Blätter die aromenreichsten, sie werden vollständig geerntet.

Für Zigaretten- und Pfeifentabak sind die unteren Blätter die mildesten und die oberen die herbesten. Bei Mischungen sollten alle Blattstände berücksichtigt werden, je nach Geschmack also untere, mittlere und obere Blattstände. Mehr obere Blätter führen zu stärkerem Tabak.

Die Blätter bleiben nun einige Wochen zum Trocknen hängen. Wenn es zugig und die Luft manchmal feucht ist, wird die Tabakqualität besser, je länger getrocknet wird. Wenn es zu trocken wird, hilft ein ab und zu mit aufgehängtes feuchtes Handtuch. (cf)




IV. TIPPS & TRICKS AUS DEM TABAKANBAU-FORUM
===========================================

Tabakanbau & Zigaretten

- Gegen Schnecken helfen in die Erde halb eingegrabene Becher mit Bier. Bei Verwendung des teuren Schneckenkorns sollte man biologische Sorten verwenden, die chemischen sind für Vögel gefährlich und können über den Boden in die Pflanzen gelangen (285). Bei Blattlausbefall wirkt Brennesselsud Wunder: Brennesseln in Wasser kurz auskochen, einen Tag abkühlen lassen und die Blattläuse damit besprühen (548, 543).

- Die Studentenblume (Tagetes) hilft ebenfalls gegen Schnecken und Fruchtfliegen. Diese mexikanische Schnittblume duftet durch winzige Öldrüsen an den Blatträndern stark und vertreibt Insekten, die sich sonst auf den Tabakblättern niederlassen würden. Am Rand des Beetes gepflanzt dient sie als Schneckenfalle, denn Schnecken bevorzugen diesen Leckerbissen (757).

- Wer verschiedene Tabaksorten durcheinanderbringt und nicht mehr weiß, wo er welche Sorte gepflanzt hat, kann sie rechtzeitig vor der Ernte an der Wuchsform unterscheiden. Virginia wächst nahezu säulenförmig, Burley wächst mehr in die Breite, hat eine ausgeprägte Tannenbaumform und die größten Sandblätter, die dunklen Zigarrentabake liegen dazwischen. Orientsorten wachsen nicht so hoch und haben die kleinsten Blätter. Bauerntabak (Rustica-Sorten) sind am tendenziell strauchigen Wuchs erkennbar: Sie bilden früh Geize oder Seitenstängel aus (372).

- Um sandige oder torfige Erde zu verbessern, kann Bentonit aus dem Bau- oder Raiffeisenmarkt zugemischt werden. Es hat die Fähigkeit, große Mengen von Wasser und darin gelöster Nährstoffe zu speichern, die ansonsten beim nächsten Regen ausgewaschen würden (759).


Shisha-Tabak & Blubbern

- Fruchtaromen erhält man auch mit Dörrobst. Für Trauben- oder Pflaumentabak beispielsweise kann man Rosinen oder getrocknete Pflaumen kleinhacken und in den Tabak geben. Je feiner die Früchte gehackt sind, desto besser kann sich das Aroma entwickeln (386).

- Um Früchte selber trocken zu bekommen, werden sie im Prinzip gefönt. In speziellen Trockengeräten aus dem Haushaltswarenhandel wird warme Luft über Fruchtstücke geblasen, die auf einem Rost liegen. Ein selbstgebasteltes Gerät würde aus einem Metall- oder Kunststoffrost mit den Früchten bestehen, unter dem ein Ventilator angebracht ist. Der Backofen mit Umluft würde zum Trocknen auch funktionieren, nur sollten die Temperaturen auf der niedrigsten Stufe gehalten werden (835).

- Aluminiumfolie als Ersatz für das Metalsieb auf dem Shishatöpfchen ist unbedenklich und nicht gesundheitsschädlich. Das dritthäufigste Element auf der Erde wird täglich vom menschlichen Körper aufgenommen und soll älteren Studien zufolge neurotoxisch wirken. Neuere Untersuchungen können diese These jedoch nicht belegen: eine überhöhte Aluminiumkonzentration wird vom Körper einfach wieder ausgeschieden. Dennoch ein Tipp: Aluminiumfolie mehrmals falten und so legen, dass die reflektierende Seite nach unten zeigt. Die Folie sollte den Tabak nicht berühren, damit er nicht anbrennt (423).


Internet & Medien

- Die Tabakfabrik Kohlhase, Kopp & Co. hat auf ihrer Website Filmchen über die Herstellung von Dominikanischen Macanudo- und Balmoral-Zigarren bereitgestellt (734):
http://www.kohlhase-tobacco.com/start/videos/macanudo_240/01.html
http://www.kohlhase-tobacco.com/start/videos/balmoral_240/01.html


Die jeweils in Klammern angegebenen Zahlen bezeichnen den Diskussionsfaden im Tabakanbau-Forum.de. Er kann über den Link http://www.tabakanbau-forum.de/viewtopic.php?t=<Zahl> direkt aufgerufen werden. (dw)



V. TABAKANBAU-CHAT
==================

Wer direkten Kontakt zu anderen Tabakanbauern sucht, kann als Mitglied des Tabakanbau-Forum.de ab sofort den Tabakanbau-Chat nutzen. Der Chat ist jederzeit nutzbar, die meisten Nutzer sind jedoch täglich 19-20 Uhr online. Der erste Schwerpunktthema-Chat findet statt am Donnerstag, 29.06.2006 zwischen 19 und 20 Uhr zu den Themen
- Wieviel Sonne brauchen Tabakpflanzen?
- Wie kann man Blattfraß verhindern?




VI. IMPRESSUM/ABBESTELLUNG
==========================

Lumica Verlag
Krausnickstr. 11
D-10115 Berlin

ISSN 1612-6114 (gedruckte Ausgabe)

5. Jahrgang, 2006

Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 6 MDStV:
Martin Barth

Redaktion:
Martin Barth (VisdP), Claudia Foest (cf),
Ingo Scharmann (is), Detlef Wildauer (dw).
Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht
unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

(C) 2002-2006 Lumica Verlag, Verkehrsnummer 81217.
Alle Texte sind urheberrechtlich geschützt.
Verbreitung nur mit schriftlicher Zustimmung des
Verlags. ALL RIGHTS RESERVED.

Die Inhalte des Newsletters wurden redaktionell
nach bestem Wissen erstellt und dienen Ihrer
Information. Wir übernehmen keine Verantwortung
für Schäden, die durch den Tabakanbau im Allge-
meinen und durch Verwendung unserer Informationen
und Anleitungen im Speziellen entstehen. Wir wei-
sen darauf hin, dass auch Rauchen des selbst
hergestellten Tabaks Ihre Gesundheit gefährdet.
Wenn Sie nicht darauf verzichten möchten, rauchen
Sie weniger und genießen Sie mehr!

PDF-Version des gedruckten Newsletters:
http://www.tabakanbau.de/pub/newsletter27-060628.pdf

Aktuelles Tabakanbau.de-Prospekt (PDF):
http://www.tabakanbau.de/pub/tabakanbau-prospekt.pdf


ABBESTELLUNG

Wenn Sie keinen Tabakanbau.de-Newsletter mehr
erhalten möchten, schicken Sie uns diesen News-
letter als Reply mit dem Betreff "Abbestellen"
zurück. Ihre Emailadresse wird dann aus dem
Verteiler gelöscht.

Viel Spaß beim Tabakanbau wünscht
Ihr Tabakanbau.de-Team
28. Juni 2006.
_________________
Tabakanbau-Forum.de
Nach oben
 
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
[IMPRESSUM]
Online seit 20.02.2003 · Relaunched am 09.05.2006 · Serverumzug am 31.12.2008